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Medienschau: Die Wasserkrise spitzt sich zu

Die wichtigsten News und Stimmen der Woche, jeden Freitag auf iran-revolution.com abgemischt. Diesmal: Menschen jagen letzten Tropfen Wasser. Erinnerung an Blutigen November 2019. Tragödie wegen gepantschtem Alkohol. Auf dem Weg in einen Bürgerkrieg?. Bahai-Gemeinde begeht düsteren Jahrestag. Frauenrechtsaktivistin im 19. Jahrhundert.




Die Wasserkrise spitzt sich zu

„Im Iran jagen Menschen den letzten Tropfen Wasser“, titelt die New York Times und analysiert die Wasserkrise. In der Provinz Sistan und Belutschistan, einem verarmten Gebiet mit rissiger Erde und flirrender Hitze in der südöstlichen Ecke Irans, interessierten sich die Menschen fast nur noch dafür, wie sie an Wasser kommen könnten. Seit Wochen komme aus den Wasserhähnen in Städten wie Zahedan nur noch ein salziges, schwaches Rinnsal. In vielen Dörfern sei kaum genug Wasser vorhanden, um die eigene Wäsche zu waschen oder sich zu baden – geschweige denn zu fischen, Landwirtschaft zu betreiben oder Vieh zu halten. Ein Universitätsstudent in Zahedan, der Provinzhauptstadt, wird dabei zitiert: „Alles, vom Kochen bis hin zu anderen Hausarbeiten, ist eine Tortur für uns“.

Der IranImprimer liefert die Analyse zum Thema. Seit Jahrzehnten sei der Zugang zu Wasserressourcen ein Streitpunkt zwischen Iran und Afghanistan. Hintergrund: Der Helmand-Fluss, der von den Bergen des Hindukusch durch Afghanistan in den Südosten des Irans fließt, sei die wichtigste Wasserquelle für beide Länder.

CNBC geht davon aus, dass sich die Situation durch den Klimawandel und die sinkenden Wasserstände der Flüsse noch verschlimmern werde.




NEWS


Blutiger November 2019: Familien wollen Gerechtigkeit

Die Hinterbliebenden der Opfer des „blutigen Novembers“ 2019 haben sich zusammengeschlossen. Ihre „Aban Families for Justice Association“ hat das Ziel, die blutige Niederschlagung der Proteste durch das Regime zu dokumentieren und an die Opfer zu erinnern.


Tragödie wegen gepantschtem Alkohol

Seit der Islamischen Revolution 1979 ist Alkohol im Iran weitgehend verboten. Was zu solchen Tragödien führt: Im Norden des Landes sind mindestens 15 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol ums Leben gekommen. Weitere 180 Menschen seien mit Vergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.


Irans Oppositionelle rufen zu dreimonatigen neuen Protesten auf

Prominente iranische Oppositionelle haben zu einer dreimonatigen Kampagne von Protesten und Streiks aufgerufen, die ihren Höhepunkt am Jahrestag der Ermordung von Mahsa Amini haben soll.


„Nein“ zum Hijab-Zwang

Mindestens ein Dutzend Studentengruppen von Universitäten in ganz Iran haben sich solidarisch mit den KommilitonInnen gezeigt, die an der Kunstuniversität Teheran schwer verfolgt werden, weil sie friedlich gegen die Hijab-Zwangsvorschriften und die Strafen auf dem Campus protestierten.


Regime lobt palästinensischen „Widerstand“

Die Führer der militanten palästinensischen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad haben sich mit Präsident Raisi und anderen hochrangigen Beamten in Teheran getroffen. Raisi lobte die Anführer für ihren „Widerstand gegen Israel“ und fügte hinzu, Israel versuche, die Beziehungen zur arabischen Welt zu normalisieren, um „junge Palästinenser von der Befreiung der besetzten Gebiete abzuhalten“.




ANALYSE & STIMMEN


Neuer UN-Bericht zur Menschenrechtslage im Iran

Eine Rekordzahl von Hinrichtungen im Jahr 2022, die Verhaftung Tausender Kinder und zahlreiche Vorwürfe von Folter und Misshandlung durch Sicherheitskräfte – dies steht im Fokus eines neuen UN-Berichts zur Menschenrechtslage im Iran. „Die allgemeine Menschenrechtslage in der Islamischen Republik Iran hat sich vor dem Hintergrund der sich ständig verschlechternden sozioökonomischen Bedingungen, die durch die Sanktionen und die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie noch verschärft werden, deutlich verschlechtert“, so Nada Al-Nashif, stellvertretende UN-Menschenrechtsbeauftragte, bei der Vorstellung des Berichts vor dem Menschenrechtsrat in Genf.


Ist Iran auf dem sicheren Weg in einen Bürgerkrieg?

Wo stehen die Sicherheitskräfte, was denken die Revolutionsgarden, wie will Ali Khamenei den kommenden Unruhen im Iran Herr werden? Namhafte Exponenten der einstigen Reformbewegung sprechen bereits von Revolution, Selbstzerstörung und Bürgerkrieg.


Die Zeitbombe ticket – Bilanz der revolutionären Bewegung

The Conversation bilanziert hast ein Jahr der Proteste. Ein Fazit: Die Zeitbombe für die Islamische Republik sei die junge Bevölkerung, von der sich viele in direkten Gegensatz zum islamistischen Regime stellen und einen Wandel forderten.


Bahai-Gemeinde begeht düsteren Jahrestag

Eines der grausamsten Verbrechen, das der unterdrückten Bahai-Minderheit im Iran widerfahren ist, ereignete sich vor 40 Jahren in der südlichen Stadt Shiraz. 10 Frauen im Alter von 17 bis 57 Jahren wurden hingerichtet. Die Deutsche Welle erinnert an das Verbrechen und stellt eine Kampagne der Bahai-Gemeinde vor.



MENSCHEN


Gazelle Sharmahd, Tochter des in Iran inhaftierten deutschen Staatsbürgers Jamshid Sharmahd, hat bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegenüber acht Mitgliedern des iranischen Justizsystems erstattet.


Sadiqeh Dowlatabadi, 1883 in Isfahan geboren, gehört laut einer schönen Serie von Iranwire zu den einflussreichen iranischen Frauen: Mit 15 verheiratet, Ehe wurde jedoch schnell beendet – und dann wurde Sadiqeh zu einer der prominentesten Frauenrechtsaktivistinnen im Iran.


Zeynab Movahed ist eine Künstlerin, deren Bilder ein Fenster zur Komplexität des Lebens als Frau im Iran öffnen. Ein Interview.


Ashkan Shabani verbarg 13 Jahre lang seine wahre Identität als schwuler Mann und lebte im Geheimen mit seiner Familie im Iran. Als sein Vater ihn mit seinem Freund entdeckte, folgte ein Albtraum.


Hassan Mofakhami, der Polizeichef der iranischen Provinz Mazandaran, hat gefordert, jeder Frau, die gegen die Hijab-Pflicht verstößt, das Genick zu brechen.




Photo Credits: Kmusser, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; Hamoun wetlands by SolmazDaryani / CC BY-SA;




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