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Proteste im Iran: Endlich gibt es eine vereinte Opposition!

Die Rufe wurden erhört, das Bündnis ist geschlossen: Mehr als 100 Tage nach dem Tod der Kurdin Mahsa Amini – und der bis heute andauernden Proteste im Land – haben sich nun die einflussreichsten AktivistInnen und PolitikerInnen im Exil zusammengetan, darunter einige sehr prominente Namen.


Jetzt gibt es Hoffnung für die Bewegung:

Seit einiger Zeit schon ist der Ruf in der iranischen Diaspora nach einer geeinten Opposition laut – viele AktivistInnen im Ausland hatten bis hierhin ihren Widerstand mehr oder weniger für sich allein organisiert. 

Aber allein ist der Kampf gegen das Regime, das seit 44 Jahren an der Macht ist, nicht möglich. Um so wichtiger und interessanter, dass sich nun endlich eine Einheit formiert hat.

Denn in der Silvesternacht verkündeten zehn bekannte AktivistInnen, MenschenrechtlerInnen und Prominente ihr Bündnis mit der Message, dass „Organisation und Solidarität das Jahr 2023 das Jahr des Siegs des iranischen Volkes“ werde und Freiheit und Gerechtigkeit im Iran Wirklichkeit werden würden.



Die Exilkoalition besteht aktuell aus dem früheren Kronprinz Reza Pahlevi (Foto li.), der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi (Foto re., © CC BY-SA 4.0 Nashirul Islam via Wikimedia Commons), der Frauenrechtlerin Mahsi Alinejad, dem Aktivisten Hamed Esmaeilion, einem Zahnarzt, der sich seit dem Verlust seiner Frau und Tochter beim Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs 752 in der Opposition engagiert, der Schauspielerin Golshifteh Farahani, die zu den bekanntesten iranischen Kinostars gehört, dem ehemaligen Fussballstar Ali Karimi, der Menschenrechtlerin Ladan Boroumand, der Schauspielerin Nazanin Boniadi, dem kurdischen Oppositionellen Abdullah Mohtadi von der linken Komala-Partei und dem Politologe Ammar Maleki, der das Umfrageinstitut Gaman gegründet hat.


Der Zusammenschluss der Koalition wird in sozialen Netzwerken von der Mehrheit der IranerInnen positiv aufgenommen. Auch der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad bewertet dies in der Neuen Zürcher Zeitung als wichtigen Schritt, um damit den Druck auf vor allem westliche Staaten zu erhöhen. Mit der vorhandenen Struktur der Organisation von Abdullah Mohtadi könnte vor allem im Ausland Unterstützung für die Protestbewegung in Iran mobilisiert werden. Das Oppositionsbündnis fokussiert sich bei seinen Aufgaben auf die Stärkung und Ausweitung der Mitglieder und auf die Vernetzung mit Regime GegnerInnen im Inland.


Nach Aussagen von Fatollah-Nejad in der NZZ möchte die Koalition die Transition zur säkulären Demokratie begleiten und mitgestalten, aber kein Regierungsamt übernehmen. Weiterhin sieht er den Zusammenschluss aus dem Exil als Antwort auf den Zusammenhalt im Land „Allen ist klar, dass das Ziel nicht länger die Reform des Systems, sondern die Abschaffung der Islamischen Republik ist.“


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