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Iran vollstreckt Todesurteile wegen angeblicher Spionage für Israel




Im Iran sind am Morgen des 29. Dezember vier Personen wegen „Spionage und Sabotage für Israel“ hingerichtet worden, wie die Justizbehörde bekannt gegeben hat. Die Hinrichtungen fanden im Gefängnis von Urmia im nordwestlichen Iran statt. Laut der Nachrichtenagentur der iranischen Justizbehörde sollen die Hingerichteten Operationen in den Provinzen West-Aserbaidschan, Teheran und Hormozgan durchgeführt und nach „dem Anzünden von Autos und Häusern einiger mit den Sicherheitsorganen der Islamischen Republik verbundener Personen“ Bilder davon an den Mossad gesendet und dafür Geld erhalten haben.


Vafa Hanareh, Aram Omari Bardiani, Rahman Parhazu und Nasim Namazi waren vor einem Jahr in einem Fall, der sechs weitere Verurteilte umfasst, zum Tode verurteilt worden. Eine der Anklagen, die laut der Nachrichtenagentur der Justizbehörde, Mizan News, gegen die Hingerichteten erhoben wurden, lautet, dass sie „Menschen entführt und durch Drohungen und Folter gezwungen haben, sich fälschlicherweise als Agenten der iranischen Sicherheitskräfte zu bekennen und Lügen über ihre zukünftigen Missionen zu verbreiten.“ In der Nacht vor der Vollstreckung der Todesurteile berichteten Menschenrechtsorganisationen, dass fünf Gefangene in Einzelhaft verlegt worden seien, um das Todesurteil zu vollstrecken.


Die Hinrichtungen erfolgten nur einen Tag nach der Beerdigung von Razi Moussavi. Razi Moussavi war ein hochrangiger Kommandeur der Al-Quds-Brigaden, dessen Tod Israel zugeschrieben wird. Die Islamische Republik hat nach Moussavis Tod mehrmals damit gedroht, dafür „Rache“ an Israel zu üben.


Die Menschenrechtsorganisation  Kurdistan Human Rights Network hat unterdessen zwei Audiodateien von Aram Omari und Vafa Hanareh veröffentlicht, in denen sie jede Verbindung zum Mossad bestreiten und erklären, dass ihre Geständnisse unter Druck und Folter gemacht worden seien. In einer Audiodatei sagt Aram Omari: „Wer ist der Mossad? Zeigen Sie mir sein Bild, damit ich ihn sehen kann.“ Die Vernehmer lachen über seine Reaktion. Er sagt in diesem Anruf aus dem Gefängnis, er sei einige Monate in Einzelhaft gewesen und gefoltert worden: „Sie haben sich etwas ausgedacht und wollen mich dafür verantwortlich machen und mein Leben zerstören. Ich habe eine Familie. Ich habe eine dreijährige Tochter.“ Vafa Hanareh beschrieb in einer Audiodatei ebenfalls Schäden durch Folter.


Laut Menschenrechtsorganisationen haben die Hingerichteten auch vor Gericht ausgesagt, dass sie gefoltert und durch Folter zu den Geständnissen gezwungen worden seien.


Iran hat nach China die höchste Zahl von Hinrichtungen weltweit. Allein in dieser Woche wurden mindestens 22 Exekutionen gemeldet, darunter eine öffentliche Hinrichtung in Najafabad im zentralen Iran.



Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des IranJournal

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