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Keine Chance für Bunkerbomber bei Irans neuer Nuklearanlage

Die Islamische Republik errichtet im Moment eine neue Nuklearanlage, die außerhalb der Reichweite der amerikanischen bunkerbrechenden Waffe liegen soll, die eigens zur Zerstörung solcher Anlagen entwickelt wurde.



Dieses Satellitenfoto von Planet Labs PBC zeigt den Bau einer neuen unterirdischen Anlage auf dem iranischen Atomgelände Natanz am 14. April 2023.

Nach aktuellen Satellitenbilder werden zurzeit Tunnelgrabungen in der Nähe der Nuklearanlage Natanz im Zentraliran, etwa 225 Kilometer südlich von Teheran in der Nähe des Zagros-Gebirges, durchgeführt. Die neue Nuklearanlage, die der Iran errichtet, reicht dabei Berichten zufolge so tief, dass sie außerhalb der Reichweite der bunkerbrechenden US-Waffe liegen soll, die zur Zerstörung solcher Anlagen entwickelt wurden.


Eine solche Anlage stellt ein »Albtraumszenario dar, das eine neue Eskalationsspirale auszulösen droht«, sagte die Direktorin für Nichtverbreitungspolitik bei der in Washington ansässigen Arms Control Association, Kelsey Davenport. »Bedenkt man, wie nahe der Iran an einer Bombe ist, hat er nur sehr wenig Spielraum, um sein Programm zu intensivieren, ohne die roten Linien der USA und Israels zu überschreiten. Zum jetzigen Zeitpunkt erhöht jede weitere Eskalation das Risiko eines Konflikts«, fügte sie hinzu.


Wie die vom James Martin Center for Nonproliferation Studies analysierten Satellitenbilder zeigen, wurden vier Eingänge, jeder sechs Meter breit und knapp acht Meter hoch, in den Berghang gegraben. Auf Grundlage der Größe der Erdhügel und anderer über die Satellitenbilder gesammelter Daten erklärten die Experten des Zentrums, der Iran baue wahrscheinlich eine Anlage in einer Tiefe zwischen 80 und 100 Metern. Diese Dimension sei besorgniserregend, da es »viel schwieriger wäre, sie mit konventionellen Waffen wie einer klassischen Bunkerbombe zu zerstören«, sagte Steven De La Fuente, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums, der die Analyse leitete. Die neue Anlage in Natanz wird wahrscheinlich tiefer liegen als jene in Fordo, eine Urananreicherungsanlage, die im Jahr 2009 entdeckt wurde.


Solche Bauten veranlassten die USA dazu, die als »Bunker Buster« bekannte, 30.000 Pfund schwere, präzisionsgelenkte GBU-57A/B Massive Ordnance Penetrator (MOP) Bombe zu entwickeln, die nach Angaben des amerikanischen Militärs vor der Detonation mindestens 60 Meter tief in die Erde eindringen kann. Berichten zufolge haben US-Beamte über den Einsatz zweier solcher Bomben gesprochen, die kurz hintereinander eingesetzt werden könnten, allerdings ist nicht klar, ob dies ausreichen würde, die neue Anlage in Natanz zu zerstören.


Israelische Sorgen


Unterdessen schätzte Israel in dieser Woche, der Iran könne bald mit der systematischen Anreicherung von Uran auf einen Reinheitsgrad von 84 Prozent beginnen, was knapp unterhalb der Bombenreife liegt. Vor einigen Wochen hatte Teheran einen plötzlichen Sprung auf 84 Prozent gemacht, nur um später zu behaupten, es habe sich um einen Fehler gehandelt. Danach ging man wieder zum ursprünglichen Anreicherungsgrad von 63 Prozent zurück.


Aus diesem Grund trafen sich Israels oberste politische und sicherheitspolitische Führer, Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Yoav Gallant, IDF-Stabschef Generalleutnant Herzi Halevi und andere hochrangige Militärs diese Woche zu mehreren Sitzungen, um die Auswirkungen dieser Entwicklung zu erörtern und Teheran vor einem weiteren möglichen Schritt der erhöhten Anreicherung zu warnen. Anschließend machte die Runde deutlich, dass Israel bereit sei, militärische Gewalt anzuwenden, wenn es die Umstände für gerechtfertigt halte.


In einem Gespräch mit Al Jazeera antwortete ein ungenannter iranischer Funktionär auf die israelische Drohung, jeder Angriff auf die Nuklearanlagen des Regimes käme »der Ausrufung eines umfassenden Kriegs gleich, für den Israel die Verantwortung tragen würde«. Er warf Israel auch vor, außenpolitische Stärke zu demonstrieren, während es sich in einer internen Krise befinde, womit er auf die geplante Justizreform anspielte, die in der israelischen Gesellschaft zu einer Quelle des Streits und Protests geworden ist.


Der Regimevertreter erklärte, Israels verstärkte Angriffe in Syrien bewiesen, dass das Land »die Grundlage für Unsicherheit und Stabilität in der Region« sei. Die Welt müsse verstehen, »dass es bei unserer Antwort auf Israel keine roten Linien geben wird«. Auch wenn sie international nur mit Schweigen beantwortet würden, stellten Israels Worte dennoch nichts anderes als »offiziellen Terrorismus« dar, drohte der Funktionär der Islamischen Republik.


Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von mena-watch

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