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Dschawad Ruhi: Demonstrant stirbt in Haft

Er saß wegen der Proteste im vergangenen Herbst im Iran im Gefängnis, war in diesem Zusammenhang zum Tode verurteilt. Nun ist der Demonstrant Dschawad Ruhi während seiner Haft ums Leben gekommen.


Dschawad Ruhi hatte sich im vergangenen Jahr an den iranweiten Protesten nach dem gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Amini beteiligt. Das wurde ihm zu Verhängnis. Er kam ins Gefängnis und wurde sogar zum Tode verurteilt. Jetzt ist der Mitte 30-Jährige während seiner Haft in Noschahr, im Norden des Iran gestorben.


Nach Darstellung der Gefängnisleitung soll Ruhi einen Krampfanfall erlitten haben. Er sei zunächst in eine Klinik in der Stadt verlegt worden, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim. Dort sei er schließlich verstorben. Die genauen Umstände des Todes können wie üblich in diesen Fällen nicht unabhängig überprüft werden.


Leiche in der Gerichtsmedizin


Laut einer Presseerklärung des Gefängnisses in Noschahr, sollen gemäß einer richterlichen Anordnung die Überwachungskameras des Gefängnisses überprüft und die persönlichen Gegenstände des Verstorbenen, einschließlich seiner Notizen und Medikamente, dokumentiert werden. Dschawad Ruhis Leiche sei zu einer Autopsie in die Gerichtsmedizin gebracht worden, um die Todesursache zu untersuchen, heißt es aus dem Iran.


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Immer wieder werfen Menschenrechtler der iranischen Justiz vor, Gefangene zu foltern. Ruhi war im Januar im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten als "Rädelsführer" von Unruhen zum Tode verurteilt worden. Gemäß islamischer Rechtsauffassung wurde der Mann wegen "Kriegsführung gegen Gott" und "Korruption auf Erden" und "Verbrennung des Koran" angeklagt.


Zwar hob Irans Oberster Gerichtshof das ursprüngliche Todesurteil gegen ihn auf, aber Ruhi blieb für das weitere Verfahren in Untersuchungshaft. Bisher hat der Iran sieben Todesurteile gegen Demonstranten vollstreckt.


Auslöser der Proteste im Herbst 2022 war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini im Herbst 2022. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden war. Danach entfachten sich die schwersten Proteste seit Jahrzehnten.


Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der


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